Dbox2

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ZD-Logo.png

Das Board mit Freiheiten

Drawing2.jpg

Die DBox2 wurde als Nachfolger der DBox1 hauptsächlich durch Premiere vertrieben. Ursprünglich wie die DBox1 wurde auch diese durch Nokia gefertigt. Premiere (heute Sky) hat die DBox2 jedoch später auch von Sagem und Philips für sich bauen lassen. Die DBox2 ist als digitaler Satelliten- und Kabelreceiver (DVB-S und DVB-C) verfügbar.

Die ständige Weiterentwicklung der Produktionstechniken und der Leistungsfähigkeit bestimmter Chips hat auch vor der DBox2 nicht halt gemacht. Das hatte zur Folge, dass sich die DBox2 eines Herstellers nicht direkt mit der eines anderen Herstellers vergleichen lässt.

Die DBox2 wird bereits seit einiger Zeit nicht mehr hergestellt, die u.a. von Premiere weiterhin angebotenen Geräte sind so genannte "refurbished" Boxen. Das sind generalüberholte Boxen mit einem Jahr Garantie.

Varianten

Die DBox2 gibt es von drei verschiedenen Herstellern: Nokia, Philips und Sagem. Je nachdem welcher Hersteller die Box gefertigt hat, werden unterschiedliche Flashbausteine verwendet. Gefertigt werden diese entweder von Intel oder AMD.


DBox2 von Nokia

Dbox2 nokia 340.png

Die DBox2 von Nokia gibt es sowohl mit Intel als auch mit AMD Flashbausteinen. Es wurden immer zwei verbaut. Als MPEG-Dekoder ist entweder ein AViA500 oder ein AViA600 in der Box, als Demux ein GTX. Es gibt zwei verschiedene Fernbedienung von Nokia.

DBox2 von Philips

Dbox2 philips.jpg


Die Philips - DBox2 gibt es nur als Sat-Version und auch nur mit 2 Intel-Bausteinen und der Dekoder/Demux-Kombination AViA600/eNX.

Ein "berühmtes" Problem der Philips ist der sogenannte "Fernbedienungsbug" der sich dadurch bemerkbar macht, dass unter anderem beim schnellen Umschalten mit den Hoch-Runter-Tasten der Fernbedienung auf einmal Zahlen erkannt werden.

DBox2 von Sagem

Dbox2 sagem.jpg

Für die DBox2 von Sagem gibt es wie auch bei Nokiageräten sowohl Geräte mit Intel als auch mit AMD Flashbausteinen. Die Sagem DBox2 ist das einzige Modell bei dem es Boxen mit nur einem 8MB Intel Flashbaustein gibt.

Flashidentifikation

Um herauszufinden, welche Flashanzahl die eigene Box hat, hilft im Normalfall entweder aufschrauben und nachsehen

Oder, wenn bereits Linux auf der Box installiert ist, folgendes:

Konsole

  • per telnet zur Box verbinden
  • Ausführen von :

  sed -n -e '/^mtd0/p' /proc/mtd | sed -e 's/\(.*\) \(.*\) \(.*\) \(.*\) \(.*\)/\3/'

  • Es wird ausgegeben:

00020000   = 1 Flashbausteine

oder

00004000   = 2 Flashbausteine

Linux auf der d-box2

Dank findiger Tüftler und der Tatsache, dass die d-box 2 über eine 66-MHz-PowerPC-CPU (Motorola) verfügt, lässt sich seit einigen Jahren die d-box 2 auch unter Linux mit entsprechenden Benutzeroberflächen (GUIs) betreiben, von denen es gleich mehrere gibt. Die am weitesten verbreitete GUI ist Neutrino, die vor allem durch einen funktionalen, schlichten und übersichtlichen Aufbau sehr großen Anklang findet. Enigma, welche auch auf der Dreambox Verwendung findet, ist graphisch aufwändiger und ähnlich wie Neutrino strukturiert. Weniger bekannt ist Lcars, welches vom Design her am StarTrek Look and Feel angelehnt ist, und sich deutlich von der Benutzerführung Neutrinos und Enigmas abhebt und nur spärlich weiterentwickelt wird. EliteDVB ist eine der ersten GUIs, die es für die d-box-2 gab, aber nicht mehr entwickelt wird. Nicht zuletzt wegen schnellerer Bedienbarkeit, durchdachter Benutzerführung und zahlreichen Features (Streaming Video, Aufnahme über Ethernet, schnelle Kanalsuche usw.) ist sehr schnell eine große Fangemeinde entstanden. Die Originalsoftware, welche in Java geschrieben ist, ließ die d-box 2, nicht zuletzt auch wegen stagnierender Weiterentwicklung, schnell an ihre Grenzen stoßen.

Zum Aufspielen eines Linuxsystems, das man durch das Einspielen (flashen) von sogenannten „Flash-Images“ erreicht, ist kein Umbau im Sinne von Austausch oder Umbau von Bauteilen an der Hardware der d-box 2 nötig. Es ist lediglich notwendig, das Gerät in den sogenannten Debug-Modus zu versetzen. Nach entsprechender Modifizierung besteht jedoch kein Garantieanspruch mehr, da unter Umständen und je nach Vorgehensweise gewisse vorübergehende Eingriffe an der Hard- und Software vorgenommen werden müssen und dieser Eingriff unter Umständen nachvollziehbar bleibt. Dieses Vorgehen ist notwendig, da die Originalsoftware gegen Veränderungen je nach Hersteller der d-box-2 Hard -und / oder softwareseitig geschützt ist. In diesem ursprünglich für die Entwickler und Service-Techniker vorbehaltenem Modus kann die Software getestet und verändert werden, und nur so kann ein fremdes Betriebssystem wie Linux eingespielt bzw. ausgelesen und auch benutzt werden.

Es stehen inzwischen mehrere Distributionen in Form sogenannter d-box-2-Images zur Auswahl. Neben den anfänglichen „Ur-Images“ wie z. B. die McClean-Images gab es als eines der ersten weit verbreiteten Distributionen die sogenannten AlexW-Images, die es allerdings nicht mehr in aktuellen Versionen gibt und eigentlich nur noch auf diversen Websites als Backup zu finden sind. Ihre Nachfolger sind die Yadi-Images, die JTG-Images oder Images von anderen Anbietern, z. B. NovaTux-Images. Die Unterschiede in Funktion und Bedienung sind eigentlich gering, aber oft findet man in den verschiedenen Versionen technische oder funktionale Besonderheiten, die nicht in allen Versionen in gleicher Weise ausgeprägt sind. Da die d-box 2 mit Linux als Betriebssystem keiner Zertifizierung von Premiere gerecht wird, haben die Ersteller aller benannten regulär angebotenen Distributionen den Premiere-Empfang deaktiviert. Mit einer minimalen Modifikation können Abonnenten von Premiere auch unter Linux das Programm sehen, was aber gegen die AGB von Premiere im Punkt „Mitwirkungspflicht“ verstößt. Auch darf keinerlei technische Unterstützung von Premiere erwartet werden. Besitzer einer d-box 2 mit Linux können jedoch ihr reguläres Abo von Premiere weiter nutzen, es sind bisher keine Restriktionen seitens Premiere gegen offizielle Abonnenten bekannt, auch wenn man keinen Support für das alternative Betriebssystem bekommt.

Diese regulären Distributionen basieren alle auf einem Open-Source-Projekt, dem TuxBox-Projekt. Diese offene Struktur ermöglichte es einigen Programmierern, illegal angepasste Versionen dieser Distributionen oder eigene Versionen mit illegalen Modifizierungen des Quellcodes zu verbreiten, die ein kostenloses Anschauen des Bezahlfernsehsenders Premiere bzw. des Programms von MediaVision im Kabel der Deutschen Telekom diverser ausländischer Bezahlfernsehsender und des ORF ermöglichten. Nicht zuletzt deswegen kam Linux für die d-box 2 immer wieder in die Schlagzeilen. Die illegalen Erweiterungen werden von den Entwicklern des TuxBox-Projekt nicht unterstützt. Auch Hardware wird weiter für die d-box 2 entwickelt. So ist es Entwicklern gelungen, eine ATA- bzw IDE-Schnittstelle und SATA-Schnittstelle zu entwickeln, die aus der d-box 2 einen Festplattenvideorecorder machen kann. An Funktionen wie Timeshift wird derzeit noch gearbeitet. Neuerdings gibt es ein Interface, das es ermöglicht, eine MicroSD-Karte (max. 2 GB) in der d-box 2 zu betreiben. Da die Entwicklung der SD-Karten auch immer weiter geht, kann man davon ausgehen, dass ATA-Interfaces nur eine Übergangslösung darstellen könnten, denn laut Hersteller der SD-Karten, könnte eine neue Technologie (SDHC) es erlauben, diese bis auf 1 Terabyte Speicher zu erweitern, was dann natürlich eine Festplatte überflüssig macht. Weiter gibt es neu hergestellte LC-Displays in verschiedenen Farben, die nicht mehr anfällig für Streifen sind. Auch gibt es Firmen, die das Gehäuse der d-box 2 in eine gewünschte Farbe umlackieren.

Neutrino GUI

Bei aktuellen Images ab CVS-Stand Mai 2007 im Servicemenü:

Imageinformationen > Unterstützung

Unsere Empfehlung: das ZebraDem v3.52

Flashen mit Expertenfunktionen

Möchte man mit den Expertenfunktionen ein Image flashen, wird ein entsprechender Hinweis daraufhin gegeben, welcher Imagetyp benötigt wird. Dies betrifft die Funktionen:

  • flashimage
  • flash(without bootloader)

Unsere Image-Empfehlung: ZebraDem v3.52

Fernbedienung

Es gibt drei verschiedene Fernbedienungen für die DBox2. Alle drei haben die gleichen Funktionen und unterscheiden sich nur in der Anordnung der Tasten.


Nokia

alte Fernbedienung neue Fernbedienung
FB Nokia02.jpg FB Nokia01.jpg

Die alte Fernbedienung wird nur von Nokia-Boxen erkannt, die neue kann auch an Sagem und Philips benutzt werden. Umgekehrt können Nokias mit allen 3 Fernbedienungen gesteuert werden.

In aktuellen Images kann man einstellen, daß die DBox2 nur noch auf die alte bzw. neue Fernbedienung reagiert. Dazu legt man im Verzeichnis /var/etc eine Datei namens .oldrc bzw. .newrc an.

Sagem und Philips

FB Sagem Philips.jpg

Ersatzfernbedienungen

Ersatzfernbedienungen gibt es für kleines Geld bei "ebay"

Anschlüsse

Die DBox2 verfügt über diverse Anschlussmöglichkeiten. Hier kann z.B. ein Fernsehgerät, eine Stereoanlage, ein Videorekorder, ein Telefonanschluss oder ein Netzwerk angeschlossen werden.

DBox2 (Sat)

1x 230 V Input
1x Stereo RCA (Cinch) Output
2x Scart (1x TV, 1x VCR)
1x VCR Steuerung (via Infrarot / "Sichtkontakt" zwischen DBox2 und VCR muss bestehen)
1x Digital Audio (Optisch, IEC-958)
1x RS 232 (Serieller Anschluss)
1x Telefon (RJ11)
1x Ethernet (RJ45 - 10MBit/Halb-Duplex)
1x LNB (400 mA)
1x Analog Receiver Anschluss (um das Signal bei ausgeschalteter DBox2 an einen Analog-Receiver "durchzuschleifen")

DBox2 (Kabel)

1x 230 V Input
1x Stereo RCA (Cinch) Output
2x Scart (1x TV, 1x VCR)
1x VCR Steuerung (via Infrarot / "Sichtkontakt" zwischen DBox2 und VCR muss bestehen)
1x Digital Audio (Optisch, IEC-958)
1x RS 232 (Serieller Anschluss)
1x Telefon (RJ11)
1x Ethernet (RJ45 - 10MBit/Halb-Duplex)
1x Antenne (Koaxialbuchse für den Kabelanschluss)
1x TV / VCR (Koaxialstecker um das Eingangssignal an weitere Geräte "durchzuschleifen")









Nun gehen wir ans Eingemachte und schauen der DBox2 mal unter die Haube:

Innenleben

Hauptprozessor (CPU)

Als CPU (Central Processing Unit) der DBox2 kommt ein ursprünglich von Motorola entwickelter MPC823 zum Einsatz. Es handelt sich dabei um einen mit 66MHz. getakteten 32Bit Prozessor mit PowerPC-Kern (PowerPC wird gerne auch durch "PPC" abgekürzt) und integrierter Kommunikations-Peripherie. Das heißt, dass diverse Interfaces wie z.B. ein USB-Kanal und ein I2C-Port bereits im Prozessor integriert sind. Die Netzwerkschnittstelle der DBox2 ist mit Ausnahme des Tranceiver-Chips z.B. ebenfalls innerhalb der CPU realisiert. Aufgrund des Designs der DBox2 ist der USB-Kanal leider nicht verwendbar, da u.a. bestimmte Anschlussleitungen bereits für andere Dinge genutzt werden.


Die CPU ist bei der DBox2 in einem BGA-Gehäuse (Ball Grid Array) auf dem Mainboard aufgelötet. Dabei werden die einzelnen Anschlusskontakte eines BGA-Gehäuses (kleine Lötmittelperlen) beim Auflöten mittels einer speziellen Heißluftlötstation kurz aufgeschmolzen und bilden dadurch den Kontakt zu den Anschlüssen des Mainboards. Der Wechsel einer CPU ist daher aufwendig und kann nur durch teures Equipment und dem entsprechenden Know How durchgeführt werden.

Dank des PPC-Prozessors ist die CCcam auf der DBox2 lauffähig. Allerdings benötigt man ein Multicam oder einen externen Kartenleser, sowie NewCS oder einen anderen Cardserver wenn die DBox2 als Server fungieren soll.

RAM Chips

Hauptspeicher (RAM) wird immer und grundsätzlich zur Ausführung von Programmcode benötigt. Bei der DBox2 kommen insgesamt 32MB RAM zum Einsatz. Es handelt sich dabei um SDRAM, der entweder komplett auf dem Mainboard aufgelötet ist oder bei älteren Nokia-Boxen auch je zur Hälfte onboard und als Modul auf der Speichererweiterung sitzt.

Flash Chips

Die Flashbausteine dienen der dauerhaften Speicherung der Betriebssoftware. Mit Ausnahme von einigen frühen und Entwickler-Boxen hat jede Dbox2 8MB Flashspeicher. Der Zugriff auf den Flashspeicher erfolgt immer mit 32Bit Breite.

Der AMD 29DL323CB ist in Nokia und Sagem verbaut (paarweise, 2x16Bit Datenbus).

AMD 29DL323CB

Der Intel TE28F320C3B ist in den Boxen aller 3 Hersteller zu finden (paarweise, 2x16Bit Datenbus).

Intel TE28F320C3B

Den Intel E28F640J3A gibt es ausschließlich in der Sagem 1xIntel. Da dieser Chip 8MB hat (daher "solo" verwendet wird) und wie die anderen Flashs nur einen 16Bit Datenbus, wird der Bus mit einem GAL (kleiner Chip unterhalb des Flashs) gemultiplext, also 2 16Bit Worte hintereinander ausgegeben.

Intel E28F640J3A

Weitere Flashversionen (nur 4MB, Flashs von ST-Micro) sind nur in Entwicklerboxen aufgetaucht, in "freier Wildbahn" haben diese keine Bedeutung.

Tuner (Frontend)

Der Tuner eines jeden Empfängers dient zum Empfang der vom Sender ausgestrahlten Trägerfrequenz, auf der die eigentlichen Nutzdaten durch ein entsprechendes Modulationsverfahren (z.B. AM=Amplitudenmodulation oder FM=Frequenzmodulation) "aufmoduliert" wurden.

Der Tuner empfängt den Träger entweder durch Vorwahl einer Frequenz (z.B. durch den Benutzer) oder durch ein geeignetes Verfahren zur automatischen Erkennung von entsprechenden Trägerfrequenzen. Nachdem der Tuner auf eine Trägerfrequenz "getuned" hat, greift der PLL (Phase Locked Loop/Geschlossener Phasenregelkreis) des Tuners und sorgt dafür, dass der Tuner auf der Trägerfrequenz stabil getuned (abgestimmt) bleibt. Im Weiteren greifen dann noch zusätzliche Mechanismen zur Optimierung der Empfangsqualität durch Einsatz einer automatischen Signal-Verstärker/-Begrenzer-Schaltung (AGC=Automatic Gain Control).

Durch den Demodulator wird nun das Nutzsignal bzw. die Nutzdaten in verschiedenen Schritten aus dem Trägersignal gefiltert. Dabei kommen natürlich auch diverse Verfahren zur Rauschunterdrückung zum Einsatz.

Das gesamte Gebilde aus Tuner/PLL/AGC/Demodulator/ZF und weiteren Schaltungen wird in der Regel auch als "Frontend" bezeichnet. Heute wird dies üblicherweise durch hochintegrierte Schaltkreise zusammen mit dem eigentlichen Tuner als komplettes Produkt durch die Hersteller vertrieben.


DVB-S (Satellit)

       Nokia    Sagem    Philips 
  Demodulator    VLSI VES1893 oder VLSI VES1993    VLSI VES1993    Philips TDA8044 
  PLL    Zarlink SP5668 oder Philips TSA5059    Philips TSA5059    Philips TSA5059 

Bei DVB-S wird die so genannte "QPSK" Modulation verwendet.

DVB-C (Cable/Kabel)

       Nokia    Sagem    Philips 
  Demodulator    VLSI VES1820    Atmel AT76C651    ST STV0297 
  PLL    Zarlink SP5659    Infineon TUA6010XS    Philips TSA5512 

Bei DVB-C hingegen verwendet man die "QAM" (hängt im Detail vom Kabelnetzbetreiber ab!).

DVB-T (Terrestrisch)

       Nokia    Sagem    Philips 
  Demodulator    Infineon SQC6100    -    - 
  PLL    Zarlink SP5668    -    - 

Für DVB-T wurden die Modulationsverfahren QPSK, 16-QAM und 64-QAM definiert.

Bei der DVB-T Übertragung handelt es sich um ein als COFDM bezeichnetes Mehrträgerverfahren. Dabei werden viele in geringem Frequenzabstand nebeneinander liegende Trägersignale einzeln moduliert und als Gesamtsignal übertragen.

CAM-Chip (SEC)

CAM steht für "Conditional Access Module" und bezeichnet einen Standard zum Einsatz von Entschlüsselungsmodulen in so genannten CIs, was selbst einen Standard darstellt und für "Common Interface" steht.

Ist ein Digital-Receiver mit einem CI ausgestattet, dann kann er der Theorie nach jedes dem Standard entsprechende CAM aufnehmen und somit jede verfügbare Verschlüsselungstechnologie in Verbindung mit einer entsprechenden Smartcard entschlüsseln.

Schon bei der DBox1 war der Weg zu einer proprietären Lösung zu erkennen, da die dort eingesetzten CAMs keine CI-CAMs waren (auch wenn das Hardwareinterface genauso aussieht!), sondern eine eigene Lösung, die über I2C angesprochen wurde.

Bei der DBox2 ist BetaResearch dann noch einen Schritt weiter gegangen und hat von vornherein alternative Verschlüsselungssysteme ausgeschlossen. Das CAM ist bei der DBox2 fest auf dem Mainboard aufgebracht und wird durch den SEC-Chip verkörpert. Es handelt sich bei dem Chip um eine Eigenentwicklung von BetaResearch, zu der es keine offizielle Dokumentation gibt und dessen Firmware nicht nur verschlüsselt sondern auch noch signiert ist.

MPEG-2 Transport Demultiplexer Chip

Der in der DBox2 eingesetzte "MPEG-2 Graphics Transport Demultiplexer Processor" -im Folgenden "Demux" genannt- wurde von der Firma C-Cube entwickelt, welche später durch das Unternehmen LSI-Logic übernommen wurde. Er wurde in verschiedenen Varianten hergestellt, die vor allem durch eine kontinuierliche Weiterentwicklung der eingesetzten Technologie begründet war.

Der Chip hat folgende Aufgabe:

Um verschiedene Signale bzw. Informationen gebündelt über einen Übertragungskanal zu übermitteln, werden die entsprechenden Einzelsignale durch einen Multiplexer zu einem komplexen Gesamtsignal geschnürt und mit geeigneten Zusatzinformationen zum korrekten Entschnüren der Einzelsignale (Demultiplexen) versehen. Die DVB-Spezifikation sieht u.a. vor, die einzelnen Signale/Daten, welche ein Sender zu seinem Programm anbieten kann, zu einem gemeinsamen Datenbündel zusammenzufügen. Diese Daten wie z.B. EPG-Informationen, Videotext aber auch die Audio-/Video-Daten selbst usw. werden zu einem Paket zusammengefügt. Der Demux trennt nun dieses Gesamtpaket wieder in seine Einzelinhalte auf und stellt dabei z.B. die AV-Signale dem "MPEG-2 Audio/Video Decoder Chip" zur Verfügung.


GTX

Demuxer Chip, den man nur in den Boxen des Herstellers Nokia findet. Der GTX ist der Vorgänger vom eNX Chip und hat weniger Features. Der Vorteil des GTX gegenüber dem eNX ist, dass es nicht so viele verschiedene Baureihen des Chips gab und das auf Grund dessen es leichter war für die Developer der Linux@Dbox2 Soft, die Treiber für den Chip zu schreiben.

eNX

Diesen Chip findet man in den Boxen der Hersteller Sagem und Philips. Der Demux demultiplext den Datenstrom und leitet ihn an den MPEG-Dekoder bzw. die CPU weiter und er ist auch noch für das OSD zuständig.

MPEG-2 Audio/Video Decoder Chip

Der "MPEG-2 Audio/Video Decoder Chip" der DBox2 wurde ursprünglich ebenfalls durch C-Cube entwickelt. In der DBox2 wurden der AViA500 und der AViA600 in noch zusätzlichen Detailvariationen eingesetzt, auf die aber nicht weiter eingegangen werden soll. Vom Hersteller wurde der Einsatz im Gespann mit dem GTX/eNX-Chip vorgesehen, was zumindest bei der DBox2 auch so realisiert wurde.

Der Chip hat folgende Aufgabe:

Durch den "MPEG-2 Audio/Video Decoder Chip" wird der vom Transport-Demultiplexer erzeugte Transport Stream dekodiert. Das heißt, dass die durch den MPEG2-Standard zur Verringerung der Datenmenge (Datenreduktion) komprimierten digitalen Audio/Video-Daten wieder zu getrennten und unkomprimierten digitalen Audio- und Video-Daten dekodiert werden. Da der MPEG2-Standard eine so genannte verlustbehaftete Kompression beschreibt, in der im Wesentlichen abwechselnd ein Vollbild gefolgt von diversen Differenzbildern usw. übertragen werden, muss der A/V-Decoder nicht nur dafür sorgen, dass die Daten nach einem vorbestimmten Algorithmus entpackt werden, sondern er muss auch die verlorengegangenen Daten substituieren, denn am Ende müssen vom A/V-Dekoder wieder vollwertige, unkomprimierte digitale Audio- und Video-Daten ausgegeben werden. Die zur Verwendung kommenden Algorithmen (Ein Algorithmus ist eine eindeutige Beschreibung eines endlichen Verfahrens zur Lösung eines bestimmten Problems) zur Dekomprimierung der MPEG2-Kodierten Daten, sowie die Strategien zur Erzeugung (in der Regel aufwendige Interpolationsverfahren) möglichst realitätsnaher Daten, machen die Qualität eines MPEG2-Dekoders aus.


AViA500

Dieser wurde nur in alten Nokia-Boxen verbaut.

AViA600

Dieser wurde in allen Boxen der drei bekannten Hersteller eingebaut.

Digital Video Encoder (SAA7126)

Der "Digital Video Encoder" (kurz DENC) sorgt für die Umsetzung der vom "MPEG-2 Audio/Video Decoder Chip" angelieferten digitalen Video-Signale (im Standardformat der ITU-R BT.601/BT.656) in die üblichen analogen Signalarten, die in der Fernsehtechnik eingesetzt werden (z.B. RGB, CVBS und S-Video). Er besitzt dafür mehrere DACs (Digital-Analog-Converter). Einige DENCs können optional auch das "Macrovision® Copy Protection"-Signal zur Unterbindung von (analogen) Mitschnitten erzeugen. In der DBox2 kommt der SAA7126 von Philips zum Einsatz.

Audio/Video-Switch (CXA)

Der von Sony hergestellte "Audio/Video-Switch" wurde je nach Hersteller in verschiedenen Typen (z.B. Nokia=CXA2092Q oder Sagem=CXA2126Q) u.a. zur Bereitstellung der Scart-Anschlüsse der DBox2 eingesetzt.

Frontprozessor

Der Frontprozessor (FP) ist ein speziell für die DBox2 hergestellter Mikrocontroller mit maskiertem ROM. Die CPU an sich ist ein standard NEC Mikrocontroller der 78K-Serie. Da die fest eingebrannte Firmware aber bisher nicht ausgelesen werden konnte, kann man einen Ersatz nur aus einer anderen DBox2 beziehen. Zu seinen Aufgaben gehören folgende Funktionen:

- Steuern der Polarisationsumschaltung (Vertikal/Horizontal) für das LNB
- Setzen der Tuningfrequenzen für die Tuner der Nokia-Boxen (3wire-bus)
- Erzeugen der 22kHz. Signale für DiSEqC (nur VES1893 und VES1993) (Nokia und Sagem)
- Betrieb der Hintergrundbeleuchtung des LCD inkl. Dimmen und Auto-Dimmen
- Betrieb der LEDs (Gehäusefront)
- Funktion der Tasten (Gehäusefront)
- IR-Funktionen (inkl. Keyboard und Mouse)
- Reboot und Shutdownfunktionen (Power on/off bzw. Deep-Standby)
- Steuern des "Resetbus" (betrifft u.a. das CAM)
- Steuern der Wakeup-Timer
- Scart-Umschaltung (im Zusammenspiel mit dem Audio/Video-Switch (CXA))

Netzwerk-Schnittstelle

Das Ethernet-Interface der DBox2 wurde innerhalb der CPU realisiert. Nur der Tranceiver-Chip sitzt als diskretes Bauteil auf dem Mainboard bzw. einer Interfaceplatine der DBox2.

Das Netzwerk-Interface der DBox2 ist schaltungsbedingt fest auf 10MBit/HalbDuplex eingestellt.

Speichererweiterung

Sagem-Boxen kann man mit einem 32MB Modul von Kingston (KTH-LJ4100/32, entspricht HP C7845A) auf 64MB Arbeitsspeicher erweitern. Ein Kingston KTH-LJ4100/64 mit 64MB funktioniert ebenfalls, es werden allerdings nur 32MB davon erkannt, sodass insgesamt 64MB zur Verfügung stehen.


Die Belegung des Ports der Sagem (Jolt)

01 gnd               51  gnd 
02 d15               52  d07 
03 d14               53  d06 
04 d13               54  d05 
05 d12               55  d04 
06 3v3               56  3v3 
07 d11               57  d03 
08 d10               58  d02 
09 d09               59  d01 
10 d08               60  d00 

11 we1*              61  we0* 
12 gnd               62  gnd 
13 a29               63  a28 
14 a27               64  a26 
15 a25               65  a24 
16 a23               66  a22 
17 a21               67  a20 
18 gpl_a0*           68  ba0 
19 ba1               69  a18 
20 a17               70  a19 

21 3v3               71  3v3 
22 a15               72  gpl_a2* 
23 cs0*              73  gpl_a3* 
24 reset_flash*      74  gpl_a4* 
25 clkout_mod        75 
26 gnd               76  gnd 
27 gpl_a5*           77 
28 oe*               78  a15 
29 cs2*              79 
30 cs2*              80 

31 3v3               81  3v3 
32 a13               82  a14 
33 a11               83  a12 
34 a09               84  a10 
35 rsv1              85 
36 gnd               86  gnd 
37 we3*              87  we2* 
38 d31               88  d23 
39 d30               89  d22 
40 d29               90  d21 
  
41 d28               91  d20 
42 3v3               92  3v3 
43 d27               93  d19 
44 d26               94  d18 
45 d25               95  d17 
46 d24               96  d16 
47 gnd               97  gnd 
48                   98 
49                   99 
50 3v3              100

Interrupts

Eine Liste der verwendeten Interrupts:

IRQ0 - ??? 
IRQ1 - AViA 500/600 
IRQ2 - Pre-Processor 
IRQ3 - Descrambler-Block 
IRQ4 - MPEG-Block 
IRQ5 - AViA 500/600 
IRQ6 - ??? 
IRQ7 - Tuner

Modem

Die DBox2 hat ein eingebautes Modem. Dieses Modem war ursprünglich dafür vorgesehen, Mehrwertdienste und Abrechnungen über den Telefonanschluss zu ermöglichen. Das Modem im eigentlichen Sinne wird von Neutrino nicht unterstützt. Das Modem arbeitet mit 3,3V-TTL Pegeln (High=3,3V). Für eigene Anwendungen (Einbau eines zweiten COM Ports) muss der Signalpegel an die RS232 Spezifikation angepasst werden. Diesbezügliche Schaltungen (meist basierend auf dem IC findet man zuhauf im Internet.

Die Anschlussbelegung des Steckers (Modem abgezogen, Blick von oben auf das Board):


Nokia

1  3  5  7  9  11 13 15 17 19
*  *  *  *  *  *  *  *  *  *
                                ---> dbox Frontblende
*  *  *  *  *  *  *  *  *  *
2  4  6  8  10 12 14 16 18 20

1  GND
2  RTS
3
4
5
6  DTR
7
8  VCC
9
10 GND

Quelle: Tubox Wiki

links

  1. Dbox die Geschichte
  2. Neutrino
  3. GNU-Tuxbox Projekt
  4. Dbox2 Erweiterungen und Modding
  5. [dbox2 Faqsammlung]

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