Pay-TV

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Pay-TV ( Bezahlfernsehen )

Der Name Sky Deutschland ist auf dem Pay-TV-Markt noch nicht lange etabliert. Alt hingegen ist die Geschichte des bislang wenig erfolgreichen Versuchs, Bezahlfernsehen auf dem hartumkämpften deutschen TV-Markt durchzusetzen.

Nach dem Start des einstigen Senders Premiere 1991 hatte der von Medienmogul Leo Kirch aus der Taufe gehobene Kanal fast nur Verluste eingefahren. Sie waren einer der Hauptgründe für den Zusammenbruch der Kirch Gruppe im Jahr 2002, den Premiere knapp überlebte. Inzwischen legt der Sender bei den Abo-Zahlen zu und hat mittlerweile 2,759 Millionen Kunden.

Ein wichtiges Kaufargument ist für Sky die Fußball-Bundesliga, für die der Konzern die Rechte für Live-Übertragungen im Fernsehen besitzt. Für internetbasiertes TV, sogenanntes IPTV, liegen die Rechte bei der Deutschen Telekom. Demnächst stehen neue Verhandlungen an. Daneben tummeln sich in Deutschland auch noch andere Anbieter, die gegen Geld Fernsehprogramme bieten. So hat etwa ProSiebenSat1 Programme, die nur gegen Gebühr zu empfangen sind. Auch der Musiksender MTV des US-Riesen Viacom ist nur gegen Bezahlung empfangbar. Dazu kommen kostenpflichtige Angebote von Kabelfirmen.

Insgesamt gilt der deutsche Markt für Bezahlsender als schwierig. So machen das breite Angebot der öffentlich-rechtlichen Sender und das umfassende Programm der Privaten den Pay-Anbietern das Leben schwer. Anders als in anderen Ländern sind die Deutschen weniger bereit, für zusätzliches Programm auch extra zu zahlen. Dennoch ist Pay-TV ein Trend, von dem gerade die werbefinanzierten Privaten sich künftig mehr Einnahmen erhoffen.


Pay-TV (von englisch Pay television), auch Bezahlfernsehen genannt,bezeichnet private Fernsehsender, für deren Empfang mit dem Programmanbieter ein kostenpflichtiger Vertrag abgeschlossen werden muss, unabhängig von den in Deutschland vorgeschriebenen Rundfunkgebühren. Gegen Bezahlung kann der Kunde für die Dauer eines Abonnements oder pro Sendung („auf Abruf" oder "per view“) ein oder mehrere Programme eines Anbieters empfangen. Programme, für die auf bestimmten Verbreitungswegen eine Zugangsgebühr oder "Servicepauschale" gezahlt werden muss, wie etwa die in vielen Kabelnetzen mit einer Grundverschlüsselung versehenen Privatsender oder die HD+-Sender, sind kein Pay-TV, da die hierfür zu zahlenden Gebühren nicht an die Programmanbieter, sondern an den jeweiligen Verbreiter der Programme (Kabelgesellschaft, Satellitenbetreiber) fließen. Mit wenigen Ausnahmen sind Pay-TV-Angebote heute digital verbreitet. Zur Entschlüsselung muss der Digitaldekoder ein Zugangsberechtigungssystem (Conditional Access System; CAS) unterstützen, was das verschlüsselte Fernsehsignal dekodiert, meist unter Verwendung einer Dekoderkarte (Smartcard).



Geschichte

Im Mai 1982 startete Teleclub einen Versuchsbetrieb im Zürcher Kabelnetz und wurde in der Schweiz 1984 offiziell gestartet. 1985 hatte Teleclub in der Schweiz 40 000 Abonnenten. In der Bundesrepublik Deutschland wurde 1986 erstmals in Hannover lokal begrenzt Pay-TV ausgestrahlt. Ende 1987 hatte das Programm von Teleclub dort rund 700 Abonnenten. In den USA hatten Ende 1987 rund 30 Prozent aller Haushalte Pay-TV-Abonnement. Mitte 1988 war Canal Plus in Frankreich mit rund zwei Millionen Abonnenten der größte Pay-TV-Anbieter und finanzierte sich überwiegend aus den Abonnentengebühren.

Angebotsmodelle

Verschiedene Angebotsmodelle weisen Mischformen auf:

  1. Selektionsmodell: Abonnement einzelner ausgewählter Programme, z. B. für Spartenprogramme.
  2. Programmbouquet: Abonnement aus mehreren, meist zu einem Paket geschnürten Programmen wie z. B. mehrere Sportprogramme, Kinderprogramme, Film- oder Serienpakete, Fremdsprachenangebote, Wissensprogramme usw.
  3. Grundverschlüsselte Angebote mit einmaliger Freischaltgebühr: ohne Conditional Access System und entsprechende Dekoderkarte nicht empfangbar - auch wenn vom Kabelnetz- oder Satellitenbetreiber als Free TV beworben
  4. PPV: Beim Pay-per-View ist eine ausgewählte Sendung wie z. B. eine Sportübertragung, ein Konzert oder ein Film einzeln zu abonnieren und abzurechnen. Zu einem definierten Sendetermin wird dann die Sendung für den Kunden „freigeschaltet“, d. h. dekodiert. Das erfolgt über die Dekoderkarte (Smartcard) mit einer eindeutigen Identifikationsnummer der Karte bzw. des Dekoders (Pin).
  5. VoD: Video-on-Demand ist mit dem Pay-per-View-Verfahren verwandt. Auch hier wird eine gewählte Sendung auf Wunsch des Kunden „freigeschaltet“ und einzeln abgerechnet. Im Unterschied zum PPV bestimmt man den Sendezeitpunkt selbst. Dieses wegen technischer Einschränkungen nur bedingt marktreife Verfahren setzen vor allem Internet-Dienstanbieter (Provider) ein. Es funktioniert nur mit Breitbandanbindung über DSL, Kabelmodem, Internet via Satellit o. ä.
  6. nVoD: Near-Video-on-Demand ist mit VoD nahezu identisch: allerdings bei lediglich grob bestimmtem Sendezeitpunkt. In der Regel läuft dabei eine Sendung zyklisch bzw. zeitversetzt - d.h. z. B., dass der Starttermin sich alle 15 Minuten wiederholt - und der Kunde wählt eine entsprechende Anfangszeit aus.

Verbreitung

In Ländern, wo es keinen etablierten öffentlich-rechtlichen Rundfunk gibt, aber vor allem überall dort, wo die Anzahl unterschiedlicher frei empfangbarer Angebote gering ist (z. B. in Frankreich oder den Niederlanden), ist Bezahlfernsehen allgemein verbreitet und hat eine größere Auswahl an Formaten und Programmen als in Ländern mit Rundfunkgebühren und einer breiten Auswahl frei empfangbarer Programme.

Bekannte Angebote

Bekannte Bezahlfernsehangebote im deutschsprachigen Raum sind Sky (ehemals Premiere), Viacom (mit MTV/VH1), Kabel Digital Home (ehemals DigiKabel, Mediavision), Arena, Unitymedia (mit Unity Digital TV, ehemals Tividi), Kabelkiosk (in unabhängigen Kabelnetzen) sowie Teleclub. In Großbritannien und Irland ist British Sky Broadcasting (BSkyB) vertreten. In verschiedenen europäischen Ländern ist Canal Plus etabliert. In den USA ist ProSiebenSat.1 Welt für Deutsche vertreten. In weiten Teilen Afrikas, vor allem auch in Südafrika sind die Angebote von Multichoice, d. h. DStv sehr weit verbreitet. Es können unter anderem auch deutsche Sender empfangen werden.

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